Karl Schwarzschild-Preis 2026

Im Rahmen der gemeinsamen Akademischen Feier des Fachbereichs Physik und der „Walter Greiner Gesellschaft zur Förderung der physikalischen Grundlagenforschung“ erhielten Physikerinnen und Physiker am 26. Juni 2026 Auszeichnungen für herausragende Studienabschlüsse, exzellente Lehre sowie bahnbrechende Forschung.

Mit dem Karl Schwarzschild-Preis werden vom Fachbereich Physik und der Walter Greiner Gesellschaft alle zwei Jahre herausragende Beiträge auf dem Gebiet der theoretischen oder der experimentellen Gravitations-(Astro-)Physik gewürdigt. In diesem Jahr erhielt Prof. Dr. Anton Zensus die Auszeichnung, in Anerkennung seines Lebenswerkes und seines Gesamtschaffens, seiner inspirierenden Persönlichkeit und seiner Vorbildfunktion für andere. Die Laudatio hielt Professorin Camilla Hansen.

Zensus ist Astrophysiker und emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Nach seiner Promotion im Jahr 1985 in Münster arbeitete er am California Institute of Technology und am National Radio Astronomy Observatory, bevor er 1997 zum wissenschaftlichen Mitglied und Direktor des Instituts in Bonn ernannt wurde.

Über drei Jahrzehnte lang leitete er eine Forschungsgruppe, die sich mit aktiven Galaxienkernen und hochauflösender Radiobildgebung befasste. Er trieb den Aufbau globaler Netzwerke von Radioteleskopen voran, die als ein einziges Instrument zusammenarbeiten, und prägte die Infrastruktur der europäischen und globalen Radioastronomie mit.

Als Gründungsvorsitzender des Event Horizon Telescope Board brachte er eine große und vielfältige internationale Gemeinschaft zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit zusammen und ermöglichte damit zwei historische Errungenschaften: das erste Bild eines Schwarzen Lochs in der Galaxie M87 (2019) und das erste Bild des Schwarzen Lochs im Zentrum unserer eigenen Galaxie, Sagittarius A* (2022).

In seinem Festvortrag nahm er die Gäste mit in die spannende Welt der schwarzen Löcher und ferner Galaxien. Dabei startete er mit Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und den Überlegungen von Karl Schwarzschild — und zeichnete den vier Jahrzehnte langen Weg von den Anfängen der Radiointerferometrie bis hin zu den globalen Netzwerken nach, die diese Bilder erst ermöglicht haben. Darüber hinaus warf er einen Blick in die Zukunft der neuen technischen Möglichkeiten.

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Fotos: Uwe Dettmar

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